Gezeichnete Darstellung aus einem Buch, nackter Mann mit Tattoos © Cesare Lombroso, L’Uomo delinquente in rapporto all'antropologia, alla giurisprudenza e alla psichiatria, Roma 1884


Zwischen Stigma und Selbstinszenierung

Kulturgeschichte der Tätowierung im Europa das 19. und 20. Jahrhunderts

15. Oktober 2026, 18:30 Uhr

FAKTory. Literatur, Wissen und Beratung für Studierende
Universitätsstraße 9, 1010 Wien



Vortrag und Diskussion mit Peter Becker.


Zum Vortrag

Tätowierungen haben in den letzten zwei Jahrhunderten einen tiefgreifenden Bedeutungswandel erfahren — zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung. Für darwinistisch und kriminalanthropologisch geprägte Beobachter galten sie als Zeichen von Rückständigkeit, „Primitivität“ und Gefährlichkeit. Der Vortrag zeichnet diese Deutungen nach und verfolgt die Professionalisierung des Handwerks (Maschinen, Pigmente, Hygiene, Regulierung), die Veränderung von Motiven und Milieus sowie den Weg von der Stigmatisierung hin zu Selbstinszenierung, Erinnerungskultur und Mainstream.

 


Zur Person

Peter Becker leitet das Institut für Österreichische Geschichtsforschung. Seine Arbeiten zur Geschichte der Kriminologie als Diskurs und Praxis (19./20. Jh.) beleuchten die Bedeutung der Tätowierung.

Vortrag und Diskussion finden auf Deutsch statt.

Die Veranstaltung ist kostenlos.